Komponist

JEAN PAUL EGIDE MARTINI (1741– 1816)

Ein Oberpfälzer Komponist erlangt Weltruhm

Johann Paul Aegidius Martin wurde am 31.08.1741 als sechstes Kind des Organisten und Schullehrers Andreas Martin in Freystadt geboren. Mit Musik wuchs er auf; er absolvierte seine Schulausbildung in dem Jesuitenkolleg in Neuburg a. d. Donau und war bald Lehrer für das Orgelspiel. Mittellos und ohne Französischkenntnisse machte sich Martin 1760 nach Nancy auf, fiel dort einem Orgelbauer auf und bekam eine Stelle am Hof des ehemaligen Polenkönigs Stanislaus Leszczynski. Er gab sich den Namen „Martini il Tedesco“, heiratete respektabel und ging beim Tod des Fürsten 1765 nach Paris.

Militärmusik, zärtliche Lieder wie das berühmte „Plaisir d’amour“ und singspielhafte Opern machten ihn berühmt, beliebt und zum Direktor der Kapellen in den  tonangebenden Häusern. Im Jahr 1788 stand Martini auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Er war „Surintendant de la musique du Roi“, Generaldirektor aller wichtigen Pariser Bühnen, Leiter der königlichen Musikkapellen und des königlichen Kirchenorchesters. Mit den Wirren der französischen Revolution verlor er 1792 seine Anstellungen und floh in das royalistische Lyon; 1793 wurde seine Ehe geschieden. Im folgenden Jahr kehrte er wieder nach Paris zurück und lebte unter schwierigen finanziellen Verhältnissen. 

Die Restauration unter Ludwig XVIII. brachte ihm, inzwischen 73 Jahre alt, 1814 seine alten Ämter zurück, aber am 14.02.1816 starb er und erhielt als Anerkennung für sein Wirken ein großes Staatsbegräbnis.